Orientierungssuche
Manchmal fühle ich mich hin- und hergeworfen wie ein Fischerboot mitten im stürmischen und wilden Ozean. Alles in mir streckt sich aus nach Orientierung, nach einem sicheren Rahmen, nach einer Wegweisung, Richtschnur.
Doch wohin ich auch gehe, treffe ich auf unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Lehren, unterschiedliche Weltanschaungen. Es ist, als stünde ich an einer Kreuzung, und tausend Schilder zeigten in tausend unterschiedliche Richtungen.
Bis vor kurzem dachte ich noch, es gäbe zwei verschiedene Anschauungen der Menschen über das Leben. Die, der Nichtchristen und die, der Christen.
Doch wie heißt es im Korintherbrief? "Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann [in meinem Fall eine Frau...;) ] wurde, legte ich ab, was Kind an mir war. "
Ja, plötzlich stellte ich fest, das ich bisher die (Um-) Welt falsch wahrgenommen hatte. Ich bemerkte, dass ich die Ansichten von "Christen" (also Menschen, die sich so nennen, weil sie hier in Deutschland wohnen,...) und "Gott-Gläubigen-Menschen" (Menschen, die tatsöchlich an Gott glauben) nicht in einem Topf mischen sollte. Doch damit nicht genug. Schnell entdeckte ich, dass Gläubige oft ihr Leben so gestalten wie Nichtchristen und dies auch umgekehrt. Dann gibt es Gläubige, die radikal mit/durch Jesus leben und es gibt Christen, die Jesus "ab und zu in ihrer Handtasche herumtragen".
Wollt ihr ein Beispiel hören? In meinem bisherigen Leben bin ich schon auf Mitchristen gestoßen, die Gott die Partnersuche ganz überlassen haben, keinen Schritt getan haben ohne Gottes Willen dafür zu wissen. Diese Menschen haben oft krasse Dinge erlebt, wie ihr Zukünftiger sozusagen "vom Himmel fiel". Dann stoße ich aber auf viele, viele andere Mitchristen, die erzählen, wie sie sich selber auf die Suche begeben haben, bis zur christlichen Partnersuche im Internet usw. Das verwirrt mich!
Mein Herz würde sich so gerne an anderen Menschen orientieren, von ihnen lernen, Lebensstrategien abschauen. Doch das einzige, was zurückbleibt, ist Verwirrung.
Verwirrung, weil ich mal auf "lauwarme", dann wieder auf "kalte" und ab und zu auf "heiße" Christen stoße. Und nicht nur das. Die Menschen an sich lassen sich ja auch nicht so einfach in Schubladen einteilen, wie ich es im letzten Satz tat. Ich erlebe radikale Christen, die bereit wären, ihr Leben für Jesus zu lassen und im anderen Moment ausrasten, weil jemand ihnen den Parkplatz vor der Nase weggeschnappt hat. Das irritiert mich!
Manchmal bin ich unheimlich inspieriert von "Glaubenshelden" und deren Biographien - denke dann, ich hätte nun endlich den Fahrplan meines Lebens gefunden, und plötzlich stoße ich auf irgendeine Aussage bzw. Begebenheit, die mich dann doch nicht mehr inspiriert.
Was ist da los? Heute morgen fiel es mir wie Schuppen vor die Augen. Nie, nie im Leben werde ich auf einen Menschen stoßen, der mir mein Leben vollkommen vorausgehen kann und wird. Jeder meiner Mitmenschen ist und bleibt ein Mensch. Vollkommenes kann ich nur von Gott erwarten! Und: Jesus ist meinen Weg vorausgegangen.
Ich sollte aufhören, auf tausend Menschen zu schauen, und meinen Blick einzig und allein auf Jesus Christus richten. Der, der mich schuf - er wird doch wissen, was gut für mich ist!
Jesaja 45,22: „Wendet euch zu mir, so werdet ihr gerettet, aller Welt Enden; denn ich bin Gott und keiner sonst!“
Hebr. 12,2: „Aufblick auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts, und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat."
Jer. 10,23: „Ich weiß, HERR, daß des Menschen Weg nicht in seiner Macht steht und daß der Mann, der da wandelt, seine Schritte nicht zu lenken vermag."
Jer. 50,6: „Mein Volk war wie verlorene Schafe; ihre Hirten haben sie irregeführt, daß sie die Berge verließen; von den Bergen sind sie zu den Hügeln gezogen und haben ihre Ruheplätze vergessen.“
1.Pet. 2,25: „Denn ihr wart wie Schafe, die in die Irre gehen, nun aber habt ihr euch bekehrt zu dem Hirten und Hüter eurer Seelen.“
„Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn erblicken wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit,nämlich vom Geist des Herrn.“ (2.Kor. 3,18)